Schützenverein Worpswede e.V. von 1875   |   Impressum

1900 bis 1919

1900 bis 1910


1900
Der Verein konnte auf sein 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Trotz vieler Hindernisse, deren Beseitigung oft mühsam war, konnte man doch ein stetiges Vorwärtsstreben verzeichnen. Zu Beginn des Jubiläumsjahres trug sich der Verein mit dem Gedanken eine neue Fahne anzuschaffen und lud sämtliche Schützendamen zu einer Besprechung ein. Leider mußte der Kauf dieses Symbols um Jahre verschoben werden.
Das Jubiläumsschützenfest wurde in würdiger Weise gefeiert. Außer den bisher aufgestellten neun Scheiben, wies das Schießprogramm eine Festscheibe auf, deren Sieger durch freiwillige Ehrengaben belohnt wurden. Den fünfzehn besten Schützen winkten außer diesem Preis noch Erinnerungsmedaillen. Die Liste der Ehrengaben verzeichnete achtzehn Stiftungen unter denen der von Herrn Direktor Wolff, Hemelingen, gestiftete silberne Krug die wertvollste Gabe war.
Die Fahnen der auswärtigen Vereine wurden mit einem Fahnennagel bedacht. Am Abend des ersten Festtages fand auf dem Weyerberg ein Feuerwerk statt.


1903
Der Verein erwog einen 175-Meter-Stand zu bauen, da bei den Schützen aber wenig Interesse an dieser Disziplin bestand, sah man von diesem Vorhaben ab.

1904

1905

Schützenkönig Hinrich Behrens

1907

1907 und 1936 Dietrich Wendelken Schützenkönig


1908
Erst nach mehrmaliger vergeblicher Anregung wurde dem Wunsch entsprochen und man beschloß mit großer Mehrheit den Bau des 175-Meter-Standes. Der neue Stand konnte zum Schützenfest dieses Jahres seiner Bestimmung übergeben werden. Die Baukosten betrugen 600 Mark. Die fünf besten Schützen dieses Standes erhielten eine silberne Medaille.
Inzwischen hatte der Verein den Schießstand auf zwölf Scheiben aufgestockt. Neu dabei waren eine Silberscheibe und eine laufende Wildscheibe.


1910
Der langjährige Hauptmann, Daniel Tietjen , schied aus seinem Amt aus. Seit 1885 dem Verein vorstehend, erkannten die Mitglieder seine Verdienste an und ernannten ihn zum Ehrenhauptmann und überreichten ihm ein besonderes Abzeichen. Sein Nachfolger wurde der Kaufmann Wilhelm Garmann.


1912
Der Verein trat dem Bezirksverband der Schützenvereine der Kreise Blumenthal und Osterholz bei. Zu der Vertreterversammlung wurden als erste Delegierte die Schützen D. Struß und Hans Späth gesandt. Im August fand das Bezirksschießen des Verbandes erstmals in Worpswede statt. Die Eintragung in das Vereinsregister wurde bewirkt. Der neue Hauptmann bereitete sofort nach seinem Amtsantritt eine neue Satzung vor, die 32 Paragraphen enthielt. Sie wurde am 11. Juni 1912 vom königlichen Amtsgericht in Lilienthal ins das Vereinsregister eingetragen und damit genehmigt. In 2 der Satzung wurde sehr deutlich festgelegt:

" Die Erreichung des Zweckes soll erfolgen:durch regelmäßige Schießübungen auf dem Verein gehörenden Schießstand;durch Abhaltung eines Schützenfestes, das ein Volksfest sein soll;durch Veranstaltungen geselliger Zusammenkunft.
Die Funktionen der einzelnen Vorstandsmitglieder wurden ausführlich unter 7 beschrieben:
"Der Vorstand trägt Abzeichen, Achselstücke, Schleppsäbel oder Seitengewehre. Der Hauptmann führt das Kommando und sorgt, daß die hinsichtlich der Ordnung und öffentlichen Sicherheit getroffenen Anordnungen streng aufrecht erhalten werden. Die Leutnants haben den Hauptmann in allen Anordnungen zu unterstützen und bei dessen Entfernung dessen Person zu vertreten. Der Feldwebel hat die Aufsicht beim Schießen und vorzüglich darauf zu sehen, daß nur solche Büchsen, die in gehörigen Stande sind, zugelassen werden, sowie überhaupt auf die genaue Befolgung der Anordnungen des Hauptmanns zu achten. Die Unteroffiziere haben den Feldwebel wiederum in allen Anforderungen zu unterstützen und namentlich darauf zu sehen, daß bei Laden der Büchsen Vorsicht gebraucht wird, daß Ruhe und Ordnung unter den Schützen herrscht, überhaupt auf die Aufrechterhaltung und Befolgung der Statuten in jeder Hinsicht zu wachen und Contraversionen dem Hauptmann zur Anzeige zu bringen. Auch haben sie das Festkomitee und die Tanzordnung an den verschiedenen Tagen wechselseitig zu übernehmen."

Wie sehr bestimmt sich der Verein auf die schießsportliche Zielsetzung festlegt, sagte der 17 aus:
Vom 1. April bis zum 1. September findet jeden Sonntagnachmittag von 3 - 8 Uhr Übungsschießen statt, außerdem an den drei letzten Mittwochen vor dem Schützenfest und am Mittwoch zwischen Hauptfeier und Nachfeier."

Durch den fortwährenden Ausbau des Schießstandes, hatte der Verein einen mustergültigen Schießplatz geschaffen, der auch bei auswärtigen Vereinen große Anerkennung fand. Nur der 175-Meter-Stand geriet immer wieder in Kritik und einige Mitglieder beantragten, diesen wieder abzubauen. Die Mehrzahl der Mitglieder entschied sich jedoch für diesen Stand


1913
Auch Nichtschützen bekamen eine Gelegenheit zum Schießen. Der Verein stellte hierfür eine Wehrmannscheibe zur Verfügung. Zusätzlich wurde eine 40-Ring-Scheibe für Scheibenbüchsen aufgestellt. Am zweiten Schützenfesttag fand ein Schießen für Knaben statt, wobei die Kosten hierfür der Verein trug.


1914 - 1918
In den Kriegsjahren trafen sich die Daheimgebliebenen des öfteren auf dem Schießstand und gedachten derer Schützenbrüder die im Krieg kämpften und besonders derer, die im Kampf für die Heimat und das Vaterland ihr Leben ließen.


1914

Schützenkönig Hans Späth sen.


1919
Der Verein nahm nach Kriegsende seine Tätigkeit wieder auf. Es erforderte viel Arbeit den Schießstand wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand zu bringen, da der Platz während des Krieges sich selbst überlassen war. Die Inflationsjahre ließen aber große bauliche Veränderungen wegen Geldmangels nicht zu. Da der bisherige Hauptmann verzogen war, wurde Hinrich Behrens zum neuen Hauptmann gewählt.
Beim Bezirksschießen in Lesum errangen die Wettschützen den Freihand-Becher.