Schützenverein Worpswede e.V. von 1875   |   Impressum

1940 bis 1959


1940 - 1950
Während des zweiten Weltkrieges fanden in den ersten Kriegsjahren noch verschiedene Wettkampfschießen satt, an denen der Verein, soweit es möglich war, rege teilnahm. Auch die Schützenfeste wurden jährlich abgehalten.
Viele Schützenbrüder wurden zum Wehrdienst eingezogen und mancher kehrte nicht in die Heimat zurück. Sie fielen den Heldentod im Kampf für die Heimat und das Vaterland.
1942 wurde Karl Bürckel Vereinsführer, anstelle des verstorbenen Hinrich Behrens.


1950
Am 17. Mai trafen sich unter dem Vorsitz von Karl Bürckel. Neun alte Mitglieder im Vereinslokal Hinrich Haar, um den seit Kriegsende ruhenden und laut Anordnung der Besatzungsmacht zu liquidierenden Schützenverein, wieder neu zu organisieren. In kurzer Zeit zählte der Verein wieder 60 Mitglieder, die bereit waren, unter schwierigen Bedingungen für das 75-jährige Vereinsjahr ein wahres Volksfest auszurichten. Unter der starken Beteiligung der Bevölkerung und auswärtiger Schützen wurde es auf dem Saal und Platz des Hotels "Stadt Bremen" gefeiert. In der Montagsausgabe erschien nach dem Schützenfestsonntag folgender Artikel:
" Schon den ganzen Sonnabend hatte im Ort eine Stimmung geherrscht, wie sonst wohl nur am Tage vor Pfingsten, überall wurde gefegt und geharkt, einige Häuser waren noch schnell gestrichen worden, die Schützenjoppen wurden frisch gebügelt, an die grünen Hüte mußten die Federbüsche befestigt werden. Die Schubkarren- und Wagenladungen voller Eichenlaub wandelten sich in riesige Girlanden, die an vielen Stellen die Straßen überspannten. Der Festplatz hatte den Letzten Blumenschmuck erhalten und abends war nach altem Brauch der Zapfenstreich und am Sonntag früh das Wecken geblasen worden
Nun sollte es losgehen. Die Schulmädchen nahmen ihre Blumenbögen auf, die Jungen schwenkten ihre Stäbe, an denen buntfarbige Sträuße winkten. Das Musikkorps schmetterte los, die Fahnen, unter denen uns eine von 1844 auffiel, wurden aufgenommen und der Zug setzte sich in Bewegung. Unter jedem Girlandentor gab"s ein
"Hipp-Hipp-Hurrah" und im ganzen Ort donnerten wohl eine Stunde lang die Böller, bis der ansehnliche Festzug endlich die Schützen gegen 3.00 Uhr zum Festplatz brachte.
Hier hatten die Jugend und Allerjüngsten bereits in Buden und Karussells ihr Vergnügen gefunden und genossen es noch weiter, während die reifere Jugend, die Erwachsenen und selbst die ganz Alten an den Tischen im Freien und im Festzelt, beim Schießen, dem öffentlichen Tanz im Saal und beim großen Festball am Nachmittag und am Abend und auch bis in den Morgen hinein bei diesem wirklichen Volksfest alter Tradition Alleinsein, Ärger, Kummer und Sorge vergaßen und erfolgreich wenigstens für einige Zeit in die Flucht schlugen."
Unter der Aufsicht der Lehrerinnen und der Lehrer ermittelten die Mädchen ihre Schülerkönigin im Vogelstechen. Die Jungen schossen zunächst mit der Armbrust auf den bunt bemalten Vogel. Da sich diese Waffe bereits bei den ersten Schüssen als ungeeignet erwies, tauschten die Verantwortlichen diese Waffe kurzerhand gegen ein Luftgewehr aus. Nach einem spannenden Schießen auf den Rumpf, stand am Montag Horst Brünjes als erster Schülerschützenkönig nach dem Krieg fest. Schülerkönigin wurde Marianne Stelljes, ebenfalls aus Osterwede. Bei den Schützen konnte Elektromeister Karl Bürckel die Majestätswürde erringen.
Trotz seiner langen schweren Krankheit, stellte der Ehrenvorsitzende Hans Späth sen., sein schon oft bewiesenes Können noch einmal unter Beweis. Er errang auf der Freihandscheibe mit drei Schuß 36 Ringe und ging somit als Sieger hervor. Seinem Vorbild eiferte später so mancher Sportschütze nach.
Am Ende des Jahres 1950 bestand der Verein aus 84 Mitgliedern und einem Ehrenmitglied.


1951
Am 15. Januar 1951 verstarb der langjährige Leutnant (stellv. Vorsitzender) und Meisterschütze Hans Späth sen. Sein Wirken und Schaffen im Vereinsleben wird noch lange nachklingen und ihn unvergeßlich werden lassen.
In ihrer freien Zeit schafften die Schützenbrüder gemeinsam den Wiederaufbau des Schießstandes am Findorffberg. Ihr Ziel war es, eine schießsportgerechte Anlage zu schaffen, und dort im nächsten Jahr das traditionelle Schützenfest zu feiern. In diesem Jahr fand das Schützenfest allerdings noch einmal beim Hotel
"Stadt Bremen" statt.
Am Bezirksschießen in Scharmbeck beteiligte sich der Verein mit sehr guten Leistungen. Auf den auswärtigen Schützenfesten und schießsportlichen Veranstaltungen vertraten gute Schützen den Worpsweder Verein und konnten beachtenswerte Erfolge erzielen.
Am Ende des Jahres hatte der Verein bereits 115 Mitglieder.


1952
Am 13. Januar fanden im gesamten nordwestdeutschen Raum die Fernwettkämpfe der Vereine statt. Es wurden je 10 Schuß Freihand und Auflage mit dem Luftgewehr geschossen. Die Entfernung betrug 12 Meter. Über 100 Vereine und über 1000 Schützen nahmen daran teil. Die Worpsweder konnten den dritten Platz belegen.
Zum ersten Mal nach dem Krieg fand das Schützenfest wieder auf dem Schießplatz am Findorffberg statt. Leider wurde die Stimmung durch starke Regenfälle etwas getrübt, aber trotzdem konnte man einen regen Besucherstrom verzeichnen.
Vereinsmeister wurde Albert Reiners. Am 14. September wurde das Bezirksschießen in Worpswede abgehalten. Hinter Meyenburg belegten die Worpsweder den zweiten Platz. Bein Fernwettkampf für das gesamte Bundesgebiet erreichten die Altersschützen den 30. Rang, und die Schützen den 34. Rang bei einer Beteiligung von 1217 Mannschaften.

1952 - Prof. hc. Fritz Mackensen


1953
Für alle Wettkampfschützen wurde vom Bundesverband zwingend vorgeschrieben, an den Vereinsmeisterschaften teilzunehmen, um an anderen Wettkämpfen Wettkampf berechtigt zu sein. Deshalb wurde gleich zu Beginn der Saison kräftig geübt und erstmals auch wieder mit dem Kleinkaliber geschossen. Vereinsmeister im KK wurde Hans Späth und im Luftgewehrschießen Jonny Brüning.
In diesem Jahr feierte man das Schützenfest bei herrlichem Wetter.
Das Bezirksschießen, welches in Meyenburg stattfand, brachte für die KK-Mannschaft, bestehend aus Karl Bürckel, Hans Späth, Diedrich Viohl und Herbert Haar, den ersten Platz. Die Luftgewehr-Mannschaft mußte sich derweil mit dem dritten Platz begnügen. Auf der Landwirtschaftsausstellung in Bremen konnten dieselben Schützen den silbernen Senatspokal erringen, sowie auch den ersten Platz beim nordwestdeutschen Bundesschießen in Vegesack. In der Klasse C erhielt Hans Späth als erster Schütze im Nordwestdeutschen Schützenbund die große goldene Leistungsnadel.

1953 Die ersten Jungschützen unter Hugo Lehmann
Von links:

1953
Von links - Heini Stelljes - Gustav Kück - Karl Schulke - Karl Nienstedt - Heini Kück - Hans Helmken - Hugo Lehmann


1954
Der Vorsitzende Karl Bürckel dankte mit großer Freude seinen Schützenbrüdern für die geleistete Arbeit am Aus- und Anbau des Schießstandes. Er äußerte die Hoffnung, daß durch diese geleistete Arbeit die Tradition des Vereins, die Schützenbrüderlichkeit und Schießsportleistung im friedlichen Wettkampf, durch die Jungschützen fortgesetzt werden könne.
Anfangs schien es so, als ob die Wettkampfleistungen unter diesen Aufbauarbeiten etwas gelitten hätten, denn beim Bezirks- und Bundesschießen wurden "nur" dritte und vierte Plätze erreicht. Bei der Einweihung des Blumenthaler Schießstandes holte sich die Wettkampf-Mannschaft jedoch wieder den Sieg im Auflageschießen KK und den zweiten Platz im Freihandschießen. Hans Späth gehörte zur Wettkampfmannschaft des Nordwestdeutschen Schützenbundes in Nürnberg.

1954 - Schützenkönig Arthur Lederteil

1954 - Umzug durch Worpswede

1954 - MGV - Tus Worpswede - Feuerwehr

1954 - Uschi Mengel - Karl Nienstedt

1954



1954 - Rektor Joh. Höper mit Kindern


1955
Die Arbeiten am Schießstand wurden stetig fortgesetzt. Vereinsmeister in beiden Disziplinen wurde bei den Schützen Hans Späth und bei den Jungschützen Henning Kruse. Beim Bezirksschießen in Osterholz wurde die Wettkampfmannschaft zum zweiten Mal Sieger. Die Jungschützen wurden Sieger im KK- und Luftgewehrschießen. Als bester Jungschütze durfte Henning Kruse an den Deutschen Schützenmeisterschaften teilnehmen.


1956
Karl Bürckel, Vorsitzender des Worpsweder Schützenvereins und Vizepräsident des Nordwestdeutschen Schützenbundes, erhielt für seine vielseitigen Verdienste um das Schützenwesen den Ehrenbrief des Deutschen Schützenbundes.
Der Schießstand wurde von der Bauaufsichtsbehörde endgültig abgenommen.
Vereinsmeister in der Disziplin KK 50 Meter wurde Karl Bürckel, KK 100 Meter sowie Luftgewehr Hans Späth. Bei den Jungschützen konnte sich sowohl bei 50 Meter als auch 100 Meter KK Henning Kruse durchsetzen. Im Luftgewehrschießen war Joachim Kruse erfolgreichster Jungschütze des Vereins. Beim Bezirksschießen in Wörpedorf errangen in der Klasse A + C 50 Meter KK, die Worpsweder den Sieg. Die Jungschützen standen nicht nach, auch sie gewannen ihren Wettkampf. Bester Altersschütze wurde Johann Heitmann. Auch das Landesverbandsschießen konnte wieder erfolgreich abgeschlossen werden. Im KK 50 Meter kam die 1. Mannschaft auf den dritten Platz. Die Jungschützen belegten in dieser Disziplin Platz zwei und im Luftgewehrschießen Platz drei. Der Wanderpokal des alten Bezirksverbandes gelangte nach vier Siegen vor, und zwei Siegen nach dem Krieg, in den endgültigen Besitz des Worpsweder Schützenvereins.
Beim Schützenfest konnten Hermann und Hans Tietjen die Königswürde erringen. Die beiden Schwager wohnten in demselben Haus. Diese Besonderheit gab es nur einmal vor 50 Jahren in der Vereinsgeschichte.


1957
Der Schießstand wurde wieder mit freiwilliger Arbeitsleistung erweitert und umfaßte nunmehr sechs Stände KK 50 Meter und 100 Meter sowie sechs Luftgewehrstände, die alle ordnungsgemäß auf Sicherheitsbestimmungen geprüft und abgenommen wurden. Am Beispiel der Bremervörder Schützen sollte die Ausbildung der Jungschützen mehr gefördert werden.
Bei der Vereinsmeisterschaft siegte Hans Späth in allen drei Disziplinen und bei den Jungschützen Henning Kruse. Das Bezirksschießen, das in Worpswede abgehalten wurde, brachte im KK- und Luftgewehrschießen den zweiten Platz, während die Jungschützen in beiden Disziplinen siegten. Das schlechte Abschneiden beim Landesverbandsschießen wurde mit dem Fehlen einer trainierten Mannschaft entschuldigt. Beim Freundschaftsschießen in Schwanewede reichte es wieder für einen zweiten Platz.



1957 - Hans Späth - Christa Schnackenberg - Karl Bürckel - Jungschützenkönig Horst Kommerau


1958


1959
In seinem Jahresbericht ließ Artur Ledertheil das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren. Er berichtete von den Geschehnissen im Verein und meinte über das Schützenfest, daß der Schießsport und die Geselligkeit gleichermaßen verteilt seien. Der Gedanke an Gemeinschaft beschäftigte ihn so sehr, daß er nach Symbolen suchte, die solche Gemeinschaft auch nach außen hin sichtbar machen. Beim Antreten gegen andere Vereine fiel schon immer auf, wie verbindend ein auf den linken Ärmel des Schützenrockes genähtes Heimatwappen sei. So kam der Vorschlag auf, daß auch die Worpsweder ein solches Wappen haben müßten. Man traf sich und beratschlagte über Form, Inhalt und Farben, so das schließlich ein Bild vor den Augen entstand, welches durch einen Grafiker gestaltet wurde. Seither schmückte es nun die Schützenjacken und die Briefbögen des Vereins.
"Es soll uns stets mahnen, unter diesem Zeichen
einig zu sein und gute Kameradschaft zu halten."